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    TITEL kulturmagazin
    Dienstag, 27. Juni 2017 | 15:44

     

    Heinz Erhardt - Mopsfidel im Wirtschaftswunderland

    22.07.2004


    Eine Kultfigur mit liebenswerten Blick

    Das Leben des Komikers mit Herz, des ‚kleinen Mannes‘, den er immer verkörperte, wird ausführlich, mit all seinen vielen Stationen, beschrieben, mit einer Einleitung, die dem Genuss der anschließenden Bilderfülle ein gutes Fundament gibt.

     

    Was für einen Blick hatte dieser Mann, ein bisschen naiv, manchmal auch ein kleines bisschen trottelig, irgendwie nicht immer ganz von dieser Welt, aber väterlich, treu, so arglos und unbeholfen. Ein Blick, der Filmgeschichte schrieb. Nein, nicht so ein Blick wie der von Robert Redford, ein Blick der Schmetterlinge zum Leben erwecken konnte, dafür ein Blick, der Mütter beruhigte, Großmütter zum Plaudern aus der Erinnerungskiste brachte und Familien vor dem Fernseher vereinte. Heinz Erhardt, ein Mann, den Millionen Familien mit offenen Armen adoptierten, weil er die heile Welt verkörperte, das saubere Fernsehen, das Gute im Menschen.
    Hier nun ein Bildband, bei dem man wahrhaftig aus dem Vollen schöpfen kann. Bilder über Bilder, aus vielen Filmen, Momentaufnahmen hinter den Kulissen, Porträts mitwirkender Stars. Viele bislang noch unveröffentlichte Bilder. Und immer dreht sich alles um ihn: Heinz Erhardt, 1909 geboren, vor einem Vierteljahrhundert gestorben. Eigentlich gab es nichts, was er nicht gemacht hat: „Musiker und Sänger, Kabarettist, Schauspieler, TV- Talkmaster und Gala-Conférencier, Dichter, Schriftsteller und Reklame-Ikone.“ Sein einzigartiger Humor aber machte ihn zur Kultfigur.

    Ein Film-Papa mit Herz

    Unvergessen wohl eine seiner populärsten Seiten: die als Film-Papa. „Immer lerne ich jetzt im Atelier immer neue Kinder von mir kennen“ soll er gesagt haben, nachdem der Film „ Witwer mit fünf Töchtern“ derart erfolgreich war, dass „Vater, Mutter und neun Kinder“ gleich folgte. Die Kritiker schrieben in den fünfziger Jahren über Erhardt: „Singend, dichtend und wortverdrehend beschert er uns einen Berufsdussel, der sentimental bis zum Äußersten sein kann, doch die Träne mit einem ausgemacht blöden Witz auffängt, ehe jemand zum Taschentuch langt.“ Diese Mischung aus Nachdenklichkeit und spontaner Situationskomik, das war denn wohl auch Heinz Erhardts Markenzeichen.
    Aber der Film war nicht das einzige Betätigungsfeld: Heinz Erhardt war 1945 in Hamburg beim früheren NWDR einer der beliebtesten Hörfunk-Humoristen. Eine Oper hat er geschrieben: „Die Zehngroschenoper“ – nur ein Drittel so lang wie Brechts Dreigroschenoper. Und er war ein prominenter Werbestar: „Majonnaise und Fischkonserven, Dunlop-Reifen und Weser-Bergland-Möbel, Buttermilchbrot ...Volkswagen und Fernsehlotterie“, Heinz Erhardt steht für ein Stückchen Wirtschaftswunder und erobert in den 50er und 60er Jahren ein Millionenpublikum.

    Ein Komiker aus der guten, alten Spielfilmzeit

    Das Leben des Komikers mit Herz, des ‚kleinen Mannes‘, den er immer verkörperte, wird ausführlich, mit all seinen vielen Stationen, beschrieben, mit einer Einleitung, die dem Genuss der anschließenden Bilderfülle ein gutes Fundament gibt. Viele Filme finden Erwähnung, auf die schönsten aus dieser Zeit wird sehr ausführlich eingegangen: „Natürlich die Autofahrer“ ist dabei, „Drillinge an Bord“ und „Der letzte Fußgänger“, aber auch „Der Ölprinz“ und „Das Vermächtnis der Inka“. Eine wahre Fundgrube für alle, die Heinz Erhardt schätzen und lieben, aber auch für Fans der guten alten deutschen Spielfilm-Zeit. So ein bisschen werden beim Blättern die alten Zeiten wieder wach und ein Schmunzeln stellt sich da ganz automatisch ein.

    Barbara Wegmann


    Manfred Hobsch & Michael Petzel: Heinz Erhardt - Mopsfidel im Wirtschaftswunderland
    Bildband
    Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf
    520 Seiten, 542 Abbildungen. 49,90 Euro.
    ISBN: 3896024981

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