Die letzte Schöne des Südens
Als der überhebliche, sich chronisch selbst überschätzende Scott Fitzgerald nach einer wenig rühmlichen Jugendzeit (»beim Sport erweist er sich als ehrgeizig, aber talentfrei«) 1918 auf die wilde, verwöhnte, ungebändigte Südstaatenschönheit Zelda trifft, verliebt er sich sofort in die Seelenverwandte. Ihr ausufernder Lebenshunger wird sie zeitlebens verbinden – wenngleich unter verschiedenen Ausprägungen. Der gespielt smarte Slicker Scott will vor allem eines: gut aussehen und dazugehören. Das verruchte It-Girl Zelda prägt mit der phänomenalen Dreieinigkeit von Zigaretten, Alkohol und Bubikopf eine neue Generation von Frauen: frech, ungebremst, furchtlos. Acht Tage nach der Veröffentlichung von Scotts legendärem Diesseits vom Paradies beim angesehenen New Yorker Verlag Scribner heiratet das ungewöhnliche Paar.
Es folgen höchst umtriebige Jahre, ständig wechselnde Wohnungen, Villen und Hotelzimmer, sowie ein bunt changierender Freundeskreis – mal in den USA, mal in Europa, mit Vorliebe an der französischen Cote d’Azur, wo das chronisch klamme Paar sich aufgrund des günstigen Wechselkurses etwas Erholung von der angespannten Haushaltslage erhofft. Wo sie auch hinkommen, Trinken und Feiern ist ihre Hauptbeschäftigung. »Keiner wusste, wessen Party es war«, wird Zelda später darüber schreiben, »sie war schon seit Wochen im Gange. Wer meinte, er würde es nicht mehr durchstehen, ging nach Hause, schlief, und wenn er zurückkam, waren neue Leute da, die die Party am Leben hielten.«